Meine Dos and Don’ts in der Hundefotografie

In der Fotografie muss man gefühlt auf wahnsinnig viele Dinge achten und man fühlt sich gerade am Anfang schnell überfordert von all den Funktionen der Kamera bis hin zur Bildaufteilung. Ich weiß noch, wie ich vor etwa vier Jahren angefangen habe zu fotografieren und so ziemlich gar nichts wusste. Ich habe nie etwas an der Kamera verstellt, mir nie Gedanken zum Motiv gemacht und habe das Bild mehr oder weniger so genommen, wie es aus der Kamera kam. Damit hat man natürlich auch schöne Erinnerungen festhalten können, aber mir war es wichtig, mich auch weiterzuentwickeln und somit Momente noch besser festhalten zu können.

Vergleich Oktober 2014 vs Oktober 2018

Aus diesem Grund erzähle ich euch hier von meinen persönlichen Dos and Don’ts, die für mich in der Hundefotografie ganz besonders wichtig sind. Natürlich sind diese Richtlinien ganz subjektiv von mir zusammengestellt und jeder soll unbedingt seine Bilder weiterhin so machen, wie er sie am meisten mag, da es bei der Fotografie immer auch um Spaß an der Sache gehen sollte! 🙂

1. Fotografiere manuell und nicht automatisch

Automatik vs. manueller Modus (beide Bilder unbearbeitet)

Für mich war das tatsächlich das leidigste Thema am Anfang. Wieso manuell fotografieren, wenn es die Kamera doch im Automatikmodus alles ganz alleine macht?

Der Automatikmodus ist definitiv eine gute Sache für Leute, die z.B. einfach nur im Urlaub ein paar Schnappschüsse machen wollen. Wer sich allerdings weiterentwickeln will, sollte sich definitiv mit dem am Anfang schwer wirkendem Thema beschäftigen. Beim manuellen Fotografieren stellt man die Blende, die Iso und die Belichtungszeit der Kamera selbst ein. Alle Faktoren sind miteinander verbunden. Wer das schon kann oder ausschließlich mit einem Handy fotografiert, kann diesen Absatz überspringen 🙂

Die Öffnung der Blende bestimmt, wie viel Licht bei einem Foto hereingelassen wird. Je kleiner die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende offen. Je offener die Blende ist, desto weicher und unschärfer ist der Hintergrund. Ich nutze bei einem Hund meist eine Offenblende und bei mehreren Hunden eine etwas geschlossenere, damit alle Hunde scharf werden. Die Einstellung der Blende mache ich jedes Mal zuerst, da man den Rest darauf gut anpassen kann. Die Offenblende ist von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich, aber auch hier bekommt man für wenig Geld eine Festbrennweite mit Blende f2.0.

Bei Iso und Belichtungszeit probiere ich oft einfach nach Gefühl aus. Ist viel Licht draußen, braucht man eine niedrige Iso. Ist es allerdings schon dunkel oder stark bewölkt, benötige ich eine hohe Isozahl (Achtung: bei hoher Iso fängt das Bild an zu rauschen). Die Iso versuche ich auf Grund des Rauschverhaltens meiner Kamera so weit es geht unter ISO 600 zu halten.

Die Belichtungszeit finde ich oft auch viel durch Ausprobieren. Wenn es heller ist, benötigt ihr eine kurze Belichtungszeit und wenn es dunkler ist, eine längere. Draußen mache ich jedoch meistens keine Fotos unter 1/600s, da das Bild sonst leichter verwackelt und unscharf wirkt. Denkt daran, dass alle Werte zusammen das Bild beeinflussen, wenn man einen Wert ändert, kann es passieren, dass man die anderen auch anpassen muss. Mein Tipp ist hier, dass ihr am besten ganz viel mit eurer Kamera ausprobiert und mit ein paar Testbildern schaut, wie die Werte das Foto am Ende beeinflussen.

2. Immer auf Augenhöhe fotografieren

Hoher Blickwinkel vs. Augenhöhe (beide Bilder unbearbeitet)

Dieser Punkt ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Wenn man ein Tier fotografiert, steht dieses in den meisten Fällen im Mittelpunkt. Um den Hund am besten darzustellen, sollte man sich auf Augenhöhe befinden. Oft neigt man dazu, das Foto von weiter oben zu machen, weil es bequemer und einfacher ist. Jedoch hat das keine guten Auswirkungen auf das Foto, da der Boden im Bild viel Platz einnimmt und auch der Hund eine ganz andere Wirkung bekommt. Deshalb kann man sich bei kleinen Hunden am besten flach auf den Boden in den Dreck legen oder man perfektioniert wie ich komische Verrenkungen, um das zu vermeiden.

Klar gibt es hier auch noch weitere Stilmittel oder Möglichkeiten, denn ich fotografiere Hunde auch liebend gerne von oben, weil es noch einmal ganz andere Wirkungen schaffen kann. Wenn es aber einfache Portraits von vorne sind, sollte man auf diese Regel immer achten.

3. Nicht in der prallen Sonne fotografieren

Sonnenlicht vs. Schatten (beide Bilder unbearbeitet)

Natürlich ist Licht in der Fotografie ein tolles Stilmittel, sollte jedoch immer bedacht eingesetzt werden. Viele denken, dass viel Sonnenlicht gut ist, weil sie dann eine niedrigere Iso oder eine kurze Belichtungszeit benötigen. Aber direktes Sonnenlicht kann oft harte, kantige Schatten ins Gesicht der Hunde werfen. Sie kneifen die Augen zu und bekommen eine harte Mimik. Gerade bei hellen Hunden ist eine Überbelichtung hier unvermeidbar.

Aus diesem Grund fotografiere ich am liebsten, wenn es bewölkt ist oder die Sonne morgens oder abends tief steht, um eine andere Art von Lichtstimmung zu erreichen. Dabei achte ich bei wolkenlosem Himmel persönlich immer darauf, dass die Hunde sich in einem Schattenfleck befinden. Ich mag es lieber, wenn die Hunde dadurch eine entspanntere Mimik haben und das Gesicht weicher wirkt.

4. Bildausschnitt und Bildaufteilung beachten

Bildaufteilung im Vergleich (beide Bilder unbearbeitet)

Auch dieser Aspekt ist sehr wichtig, um ein harmonisch wirkendes Foto zu machen. Achtet hierbei darauf, einen geeigneten Bildausschnitt zu wählen. Entscheidet euch z.B. zwischen Ganzkörperportrait, Halbportrait, Portrait oder Detailaufnahme. Wichtig ist jedoch, dass ihr dabei keine Pfoten oder Ohren anschneidet, sondern darauf Wert legt, dass das Motiv sinnvoll eingeteilt oder in der Bearbeitung zugeschnitten wird.

Auch die Bildaufteilung ist zu beachten. Auch hier gibt es von der Kunst oder Fotografie viele Fachbegriffe wie goldener Schnitt, Drittel-Regel oder goldene Spirale. Damit habe ich mich zwar auch schon beschäftigt, empfinde es aber nicht als komplett notwendig. Mein Tipp hierbei ist, dass die Blickrichtung und das Hintergrundmotiv am wichtigsten sind. Lasst den Hund z.B. nicht nach rechts schauen, wenn ihr ihn an den rechten Bildrand setzt, da in dem Fall in dem linken Bildteil gar nichts passieren würde. Setzt den Hund lieber in die linke Ecke und lasst ihn dabei nach rechts schauen. So folgt man dem Blick des Hundes und das Bild wirkt harmonischer und gefüllter. Nutzt dabei auch Gegenstände wie Baumstämme oder Steine, um eine gute Bildaufteilung zu erreichen. Als letztes solltet ihr immer darauf achten, den Horizont zu begradigen, wenn ihr beim Bild aus Versehen etwas schief fotografiert habt.

5. Macht euch nicht zu viele Gedanken um teures Equipment!

Teures Equipment macht nicht automatisch gute Bilder

Leider denken die meisten, dass man ein möglichst teures Equipment braucht, um auch gute Bilder zu machen. Denn je teurer die Kamera ist, desto bessere Bilder macht sie ja schließlich auch, oder? Das ist meiner Meinung nach der größte Irrglauben in der Fotografie. Ich selbst konnte mir lange Zeit kein gutes Equipment leisten und habe auch mit einer 200€ Kamera und einem 50€ Objektiv viel lernen können und auch gute Bilder umgesetzt. Natürlich ist man dabei (was z.B. Bewegungsbilder angeht) eingeschränkter, aber bei den meisten Portraits auf Instagram würde man keinen Unterschied merken, welche Bilder mit einem günstigeren und welche mit einer teureren Modell aufgenommen wurden, wenn sie vom gleichen Fotografen kommen. Ich habe mir erst besseres Equipment gekauft, als ich gemerkt habe, dass ich bei dem günstigeren an meine Grenzen stoße und das hat bei mir definitiv ein paar Jahre gedauert. Macht euch da keinen Stress, ihr könnt auch mit dem Handy oder einer günstigen Kamera gute Bilder machen!

Nicht aufgeben und Spaß haben!

Natürlich gehört zur Fotografie noch viel mehr dazu und für viele mögen diese Tipps auch gar nichts bringen, weil sie vielleicht schon weiter sind. Ich weiß nur, dass sie mir vor vier Jahren wahnsinnig viel geholfen hätten, da ich wirklich alle Fehler, die ich hier nenne, gemacht habe und mir nach und nach alles selbst beigebracht habe. Auch jetzt lerne ich gerade was die Bildbearbeitung angeht immer mehr dazu und probiere mich aus. Das Bearbeiten der Bilder leistet auch einen sehr großen Teil dazu, wie das Foto letztendlich wird. Das würde aber einen eigenen Blogbeitrag benötigen.

Bei der Fotografie gehören wie immer beim Lernen eines Handwerkes auch Rückschläge und Unzufriedenheit mit dem eigenen Können dazu. Versucht es einfach weiter, probiert euch aus, übt alles und am wichtigsten: vergesst niemals den Spaß an der Sache! Gerade wenn es um Hunde oder andere Tiere geht, ist die positive und zwanglose Zusammenarbeit unabdingbar für gute Fotos und das Wohl des Tieres!

Gerne könnt ihr mich auch alles rund um die Fotografie fragen. Ich helfe euch gerne so gut ich kann 🙂

2 thoughts on “Meine Dos and Don’ts in der Hundefotografie

  1. Ein wirklich toller Beitrag bei dem ich nun viel Anreiz bekam einiges zu probieren und zu überdenken. Welche Kameras benutzt du den und welches Objektiv? Gibt es für dich bestimmte Vorlieben ob drin en oder draußen Bilder? Oder ob eher Lauf bzw. Bewegungsbilder oder Portraits? Und welche Tips hättest du für das Fotografieren drinnen? Sorry, das ich sooo viele Fragen habe.

    1. Hallo Sabrina,
      vielen Dank für Deinen Kommentar! Wir benutzen eine Canon 80d mit einem 135mm und 50mm Objektiv 🙂 Am liebsten mache ich Bilder draußen, da man da nicht viel Equipment für gute Bilder braucht. Mit Indoorfotografie kenne ich mich leider auch nicht so recht aus, da braucht man definitiv zusätzliches Licht, weshalb es aufwendiger ist und mehr Equipment benötigt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Fairytrails